Fussballtechnik Torwartschulungen Siegen
30 Okt
admin

Einfach gesagt, schwierig zu erlernen.
Kurz gesagt, ohne Technik wird´s nix! Der Torhüter übt sich ständig im Erlernen und Festigen der Basistechniken. Das können die einfachen Fangtechniken, oder auch verschiedene Bewegungstechniken sein. Sofern diese Techniken nicht wirklich perfekt beherrscht werden, können immer wieder Slapsticks dabei herauskommen. Wie bei Loris Karius – ein tragisches Beispiel im Spiel Liverpool vs. Real Madrid, wie man bei schlampiger Technikausführung in den Focus gerät. Aber beschäftigen wir uns doch lieber damit, wie es richtig geht. Wie fange ich denn richtig? Ich würde die Fangtechniken grob unterscheiden zwischen den Bällen, die oberhalb des Bauches bzw. darunter ankommen. Wesentliches Unterscheidungsmerkmal sind die Ellbogen! Oberhalb sollten sie auseinander, unterhalb zusammen sein.

Technik ist alles

In diesem Zusammenhang ist natürlich auch erwähnenswert, dass ich kein Freund von Fingersafe-Handschuhen bin. Diese „versauen“ m. E. die komplette und saubere Art des Fangens oberhalb des Bauches, da sie das Aufklappen der Finger verhindern und der Torwart eine „Körbchenhaltung“ der Hände zeigt. Dieses hat zur Folge, dass einerseits die gesamte Energie des anfliegenden Balles auf die Daumen wirkt.  Andererseits wird die Fangfläche verringert und der Dämpfungsraum zum Körper mit aneinander gelegten Ellbogen – bedingt durch die Körbchenhaltung – extrem eingeschränkt. Die Unterarme sind halt im Weg. Dadurch sieht man immer wieder, dass der Ball abtropft. Dies ist primär nicht dem Torhüter anzulasten, sondern der „falschen“ Materialwahl. Das heißt, die Wahl der Handschuhe bedingt schon eine mögliche Fehlerquelle in der Technik und ist damit sehr leicht abzustellen.
Oberhalb sind die Ellbogen leicht gebeugt und die Hände in gerader Linie zum Unterarm dem Ball entgegengestreckt. Die Daumen zeigen zueinander und bilden ein „W“ oder eine Art „Dreieck“. Bei Kontakt mit dem Ball sollte man aber auch zugreifen – der Grip der Handschuhe ist nicht alles.

Alles was sich unterhalb des Bauches abspielt und zentral auf den Körper kommt, ist als „Aufnahme frontaler, flacher Bälle“ definiert und ist durch eine bewusste „Körbchenhaltung“ der Arme und Hände gekennzeichnet. Auch hierbei spielen die Ellbogen eine zentrale Rolle – eng aneinander liegend, schließen sie den Raum dahinter. Hier spielt es keine Rolle, ob man ein Bein abknickt oder die Beine weit auseinander stellt. Wenn die Ellbogen aneinander liegen, kann kein Ball durchschlüpfen.

Wie ein „Panther“ vorm Sprung!

Damit fängt alles an – mit der richtigen Grund-, Basis- oder Ballerwartungshaltung. Sicherlich muss unterschieden werden, von wie weit der Ball geschossen wird. Generell kann man sagen, je näher zum Tor, desto tiefer die Grundhaltung. Es gibt verschieden Ausprägungen der Hand- und Armhaltung im Torwarttraining – ich bevorzuge eine dem Torwart angepasste und eher geschlossene Haltung, aus der er schnell in andere Techniken bzw. Bewegungsabläufe übergehen kann. Mir sind dabei nur zwei Dinge wichtig: die Knie sind nie durchgedrückt und der Körper ist angespannt! Letzteres erreiche ich durch einfaches Anspannen der Bauch- und Gesäßmuskulatur. In der Regel spannt sich der Rest des Körpers dann auch an. Der Torwart sollte dann darauf achten, dass er sein Gewicht auf den Vorderfuß bringt, die Ferse sollte vom Boden abgehoben sein. Wie ein „Panther“ vorm Sprung! In meiner Torwartschule empfehle ich immer im Torwarttraining, die Beine ca. Schulterbreit auseinander zu stellen. Stehen sie breiter, wächst die Gefahr auf dem ganzen Fuß zu stehen und das Gewicht nach hinten zu verlagern. Daraus resultieren dann wiederum andere Bewegungsabläufe, als ich sie gerne lehre. Eine Bewegungsrichtung nach vorn ist damit praktisch ausgeschlossen. Aber davon später mal mehr … .

Falltechniken, Hechten, Fliegen, Flanken, Schrittfolgen im Torwarttraining

Hier reden wir von weiterführenden Techniken. Basierend auf koordinativen Elementen, wie z.B. Schrittfolgen, kommen meist gekoppelte Bewegungsabläufe zum Einsatz. Gekoppelt bedeutet, dass mehrere Einzelbewegungen in eine komplex auszuführende Aktionsbewegung münden. Der Torwart hat immer die Qual der Wahl, welche der vielen Techniken und Bewegungen er anwenden soll. Ein guter Torwarttrainer versucht im Torwarttraining m.E. immer, mehrere Möglichkeiten zu schulen, damit der Torspieler zum einen ein größeres Portfolio an Möglichkeiten hat, zum anderen aus diesen immer eine angemessene Aktion auswählen kann. Natürlich automatisiert, denn unter Wettkampfbedingungen sollte schnell und richtig agiert werden. Nachdenken dauert zu lange.
Viele Leitbilder beschäftigen sich mit den „richtigen“ Techniken – daher gehe ich nicht auf Einzelheiten ein. In meinen Torwartschulungen versuche ich allerdings immer, das bisher Erlernte mit in meine Vorstellungen zu integrieren, um eben das persönliche Portfolio zu erweitern und den Torhüter in die Lage z versetzen, das Ziel der Torverhinderung gemäß seiner Entscheidung umsetzen zu können.

Ein zentraler Punkt: das Fußball spielen

Früher durfte der Torwart à la Oliver Kahn noch den Rückpass aufnehmen, dann musste er diesen plötzlich fußballerisch verarbeiten. Heute verlangt fast jeder Headcoach, dass der Torwart gut mitspielen können muss. In naher Zukunft werden wir Torspieler eingebunden in der Abwehrkette sehen. Das bedeutet, dass die fußballerischen Techniken ebenso und gut trainiert werden müssen, wie die torwartspezifischen. Dieses wird für jeden einzelnen Torwarttrainer und seine „Goalies“ eine große Herausforderung werden!

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